Pia Malo ist eine der wenigen Newcomer der deutschen Schlagergeschichte, die vor der ersten Single schon ihr Bühnenjubiläum feiern können. Als 2012 ihr erster eigener Hit „So stark wie die Sehnsucht“ erschien, hatte sie bereits eine 20-jährige Karriere vorzuweisen. 1992 verhalf sie den „Schäfern“ als Kind zu ihrem größten Hit „Sag mir, wo ist der Himmel“. Und noch immer ist Pia mit Leidenschaft bei der Sache. Zuletzt begeisterte sie mit den ohrwurmlastigen Hits „Du und der Sommer“ und „Ich weiß du bist dabei“.

Nun wird mit ihrem brandneuen Album „Du tust mir gut“ ein neues Kapitel in ihrem Lebensweg geschrieben. Ihre musikalische Reise beginnt mit dem gleichnamigen, erfrischenden Eröffnungssong. Basierend auf lockeren, aufmunternden E-Gitarren-Riffs, erzeugt der Song direkt eine ganz besondere, energiegeladene Wohlfühl-Stimmung. Dabei geht der Song jedoch noch einen entscheidenden Schritt weiter: Mit motivierenden Bass-Beats unterlegt und in ein perfekt eingemischtes Elektrogewand gehüllt, bietet der Song einfach alles, was sich Pop-Schlager-Fans wünschen, wenn sie mehr Abwechslung im Genre haben wollen.

Diesen Album-Opener kann der Hörer direkt als repräsentatives Stück für das, was kommen mag, ansehen, denn auf eben diesem topmodernen Level befindet sich erfreulicherweise das gesamte Album. Auf ähnlich energiegeladene Art präsentieren sich auch das tolle „Liebe und Licht“, das sehr kecke und wortgewandte „Verfluch mich“ und „Ich dreh mich zur Sonne“.

In wesentlich rockigere Sphären bewegt sich die mitreißende Hymne „Jetzt kommt unsere Zeit“, die als Single-Auskopplung originär für die Olympiade 2016 geschrieben wurde, aber auch darüber hinaus Fairplay und Sportsgeist feiert – und genau das bietet, was man sich für eine solche Gelegenheit am meisten wünscht: Vorfreude, Euphorie und das gewisse Zusammenhalt-Gefühl. Die Instrumentierung ist dabei besonders intensiv gelungen: Rockende E-Gitarren, eine sich toll steigernde Percussion, perfekt eingesetzte Blasinstrumente, die regelrecht triumphale Akzente setzen, mehrstimmiger Backgroundgesang und natürlich der charismatische und besonders energiegeladene Gesang von Pia Malo. Ein toller, eingängiger Song, der von der ersten Sekunde an motiviert und es praktisch unmöglich macht, nicht mitzusingen.

Dass die Power-Frau eine facettenreiche Künstlerin ist, die Genregrenzen spielerisch überschreitet und sich dennoch hörbar pudelwohl in der Musik fühlt, beweisen die drei ergreifenden Balladen „Du hast mein Herz gebrochen“, „Wenn du nur eine Nacht“ und „Mehr als zwei“. Filigrane Klangwelten, die stellenweise gar wie aus Disney-Filmen entliehen klingen und doch völlig frei von jeglichem Kitsch sind, erfüllt Pia Malo mit ihrer charismatischen Stimme. Selbst Hörer, die absolut nichts mit Schlager anfangen können, sollten sich diese Songs unbedingt einmal anhören.

Mit dem Song-Trio „Farbenland“, „Dein Herz verleiht mir Flügel“, und „Einer von diesen Tagen“ schafft Pia Malo etwas, das viele deutsche Künstler schon vergebens versucht haben: einen Genremix aus Schlager, Pop-Musik, Rock und innovativen Elektro-Elementen zu schaffen, der weder überwältigt, sondern einfach direkt ins Ohr geht und auch noch tagelang im Kopf bleibt. Kombiniert mit ideenreichen Texten meistert Pia Malo dieses Experiment und hinterlässt eine euphorische Zuhörerschaft. Mal wird die Atmosphäre aus sanften, gedämpften Technobeats in den Fokus gerückt, mal bekommt man erhebende Saxophon-Passagen serviert, mal dominieren glasklare E-Gitarren-Anschläge, die stammen könnten – SO und nicht anders klingt ein ausgeprägtes Musikverständnis.

Und eben das kommt nicht von ungefähr: Stilistisch bewegt sich Pia Malo zwar klar im modernen deutschen Schlager, und steht dabei dazu, dass sie Musik mag und machen will, „die die Leute auch gerne hören. Ich will Lieder, bei denen es dir gut geht, wenn du sie hörst.“ Und eben diese Eigenschaft, diese Gute-Laune-Garantie, spürt man zweifelsohne – dieses Konzept zieht sich wie ein roter Faden durch das gesamte Album.

Doch auch Überraschungen dürfen natürlich nicht fehlen. So bekommen wir Gastauftritte von Pia Malos Vater, Olaf der Flipper, mit dem grandiosen Duett „Zwei wie wir“ und von ihrem Bruder Sven (in „Sterne können nicht vom Himmel fallen“). Selbstverständlich ein rührendes Familien-Ereignis, doch auch musikalisch zu jeder Sekunde vollkommen überzeugend. Einfach ein tolles Geschenk für Pia Malo-Fans und solche, die es werden wollen.

Zum Abschluss wird das Album dann noch von einem viereinhalb-minütigen „Disco Medley“ perfekt abgerundet.
Pia Malo beweist zum 25-jährigen Bühnenjubiläum mit „Du tust mir gut“, dass ihr letztes großes Album „Leben – Liebe“ keineswegs ein Glücksgriff war – vielmehr handelt es sich bei „Du tust mir gut“ um eine konsequente Weiterentwicklung. Hörer bekommen nicht einfach nur mehr von Pia Malo, sondern erleben einen großen musikalischen Schritt nach vorn – und das nicht nur in der großen Welt des Pop-Schlagers, sondern ganz allgemein in der Welt der Musik. Eines steht fest: Pia Malo tut einfach gut – und zwar uns allen: Fans ebenso wie Neueinsteigern. Von Pia Malo wird man noch viel hören!

Das Album/ „ Du tust mir gut“ erscheint am 11.08.2017 im Handel.

Kommentieren Sie den Artikel

Please enter your comment!
Please enter your name here